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Schlossgartenplatz Bebauungsplan

Die Bürgerinitiative

Nachdem bekannt wurde, dass das Grundstück Robert Schneider-Str.12 an einen Investor verkauft worden war, fanden sich Nachbarn und Martinsviertler in erstaunlich großer Zahl zusammen, um die geplante Veränderung in ihrem Umfeld zu diskutieren.

Im Verlauf vieler gemeinschaftlicher Treffen beschäftigte sich die bald gegründete Bürgerinitiative mit dem aus dem Jahre 1989 stammenden Bebauungsplan N 33, der Festlegungen wie „offene Bauweise“ und „angemessene dörfliche Struktur“ enthält.
 
Viele der heutigen Anwohner lebten zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Viertel; in den letzten 30 Jahren fand ein Generationswechsel statt. Seitdem haben sich ganz andere Bedürfnisse entwickelt. Geschäfte, Cafés, Restaurants und Kneipen haben längst über die Stadtteilgrenzen hinweg ihre Stammkundschaft gefunden.
Eckgrundstück Robert-Schneider-Strasse 12
Es ist eine Aufbruchsstimmung zu verspüren. Es gibt Bedürfnisse nach Flanieren, Erholen, Genießen.
Diese Lebendigkeit und Wahrnehmung einer lebenswerten Nachbarschaft genießen und fördern die Bewohner im Martinsviertel nach Kräften. Vor den Häusern werden Bänke aufgestellt, die zum Schwätzchen einladen. Liebevoll werden Vorgärten und Häuserfassaden begrünt und gestaltet.
Laut einer Statistik des Mieterschutzbundes ist das Martinsviertel dasjenige mit den wenigsten Nachbarschaftsstreitigkeiten im gesamten Bundesgebiet.
Die Bürger interessieren sich für ihre Stadt, ihren Stadtteil, übernehmen Verantwortung.
Dieses ist von der Politik explizit gewünscht:

„Es geht darum, Menschen für ihre Lebensräume zu sensibilisieren, vorhandene Qualitäten des Wohnstandortes ins allgemeine Bewusstsein zu rücken und Verantwortung hierfür zu erreichen.“

(Oberbürgermeister Partsch beim Architektursommer 2011)

Die Bürger haben die Stimmung, das Flair des intakten vernetzten Martinsviertels hervorgebracht. Auf der Grundlage des Erreichten muss sich hier jede zukünftige Bautätigkeit im Martinsviertel messen lassen.

Verantwortung gegenüber dem Wohnumfeld und gegenüber einer funktionierenden Nachbarschaft , die ein Investor nicht unaufgefordert übernimmt, haben Betroffene und Anwohner auf den Plan gerufen.
Es geht um einen hohen Identifikationswert mit dem öffentlichen Stadtraum, um das ein-drucksvolle Bauensemble im Umfeld der Kirche St. Elisabeth, um einen stark frequentierten öffentlichen Platz im Straßenknoten von Schuknecht-, Robert Schneider-, Gardistenstraße und Schlossgartenplatz.
Stand auf der Martinskerb
Abweichend vom gültigen Bebauungsplan fordern die Anwohner die notwendige kleinteiligere Gliederung des zukünftigen Bauvolumens mit einer wörtlich verstandenen offenen Bauweise. Sie soll vergleichbar sein mit der Bebauung auf der gegenüberliegenden Straßenseite und sich respektvoll einpassen in das kirchliche Ensemble.

1700 Bürger haben sich mit ihrer Unterschrift gegen den geplanten Entwurf ausgesprochen. Die Anlieger werden immer noch in erheblichem Umfang durch ihren Sanierungsbeitrag an den Kosten der Sanierung des Stadtteils beteiligt und haben Anspruch auf eine ihnen versprochene Qualität und Ästhetik.